Wie wir mittlerweile wissen: Die Beratungen des Bauprüfausschusses sind vertraulich. Und wer sonst mit wem hinter welchen Kulissen welche Szenarien bespricht – SAGA konferiert seit über einem Jahr mit Markant und LIDL ohne auf Nachfrage darüber zu informieren; Bezirksamt führt Verhandlungen mit Investoren und Unser LIDL soll schöner werden – all das wird im Verlauf des öffentlichen Prozesses tröpfchenweise bekannt … und auch die Beratungen und Ergebnisse aus dem Bauausschuss zu LIDL sind uns seit geraumer Zeit zugegangen. Wir informieren erst jetzt um die Vertraulichkeit unserer Informanten zu wahren.
Zunächst zu den öffentlich benannten Fakten: In der Bauausschusssitzung vom 02.04.12 wurde festgestellt, dass es keine genehmigungsfähige Planung von Seiten LIDLs gäbe. Deshalb wurde die öffentliche Vorstellung der Planung im Regionalausschuss Fuhlsbüttel/Langenhorn auf unbestimmt Zeit verschoben. Soviel zum kommunikationsgeglätteten Politsprech.
Im Klartext verbirgt sich dahinter folgender Sachstand:
LIDL hat erwartungsgemäß nachgebessert und ein neues Konzept samt Bauantrag nachgeliefert. Die seitens des Bezirksamts avisierte Ausnahmegenehmigung zur Gehwegüberquerung der Langenhorner Chaussee und nur Ablieferung und Abfahrt über Bergmannstraße und quer durchs Quartier wurde in den neuen Bauantrag eingefügt und sofort neu eingereicht. LIDL liefert diesmal eine Lärmschutzprognose ohne Lärmschutzwand dafür mit Flüsterasphalt. Und die Lärmschutzgrenzen zum Wohngebiet hin werden wieder überschritten – aber wiederum mit rechnerischer Ungenauigkeit bagatellisiert. So weit so bekannt – die Hauptlärmquelle würde durch Überfahrtgenehmigung jetzt dem Tückobsmoor zufallen – weit genug entfernt vom so empfindlichen reinen Wohngebiet. Wäre, ja wäre da nicht die Polizei, die, um ihre Meinung gefragt, zum Maßband griff und nachgerechnet hat: Durch eine beantragte 6-Meter breite Zufahrt passt kein Zulieferlastzug von LIDL! Ein Ausholradius für heutige Anliefer-LKWs beträgt für Anlieferung und Abfahrt mindestens neun Meter. Und diese sind im nachgebesserten Antrag nicht vorgesehen. Zunächst einmal, weil mit einer auf 9 Meter berechneten Zuwegung von der Langenhorner Chaussee keine ausreichende Verkaufsfläche des LIDL-Marktes mehr darstellbar wäre. Zum anderen, weil durch die Vergrößerung der Zufahrt die Hauptlärmquelle Anlieferung nochmals 3 Meter weiter ans Wohngebiet rückte und damit die von LIDL selbst prognostizierten Lärmschutzgrenzen keine Chance auf Genehmigung mehr hätten.
Dass auch ein 9-Meter Radius für Abliefer-LKWs an der Bergmannstraße nicht darstellbar ist ohne Anlieger zu enteignen, das sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt.
Also: Auch die Überfahrtgenehmigung von der Langenhorner Chaussee ist seitens der Polizei abgelehnt, 9 Meter sind 9 Meter sind 9 Meter, der Lärmschutz zum Wohngebiet hin kann nicht mehr eingehalten werden und darum hatte auch der neu eingereichte Bauantrag von LIDL keine realistische Aussicht auf Genehmigung.
All das dürfen wir natürlich nicht wissen – und wir entschuldigen uns deshalb an dieser Stelle bei den Geheimnisträgern und sonstig Verantwortlichen für die Veröffentlichung der Infos.
Unsere derzeitige Prognose: LIDL bei Tomfort wird nicht kommen! Alle Beteiligte: Zurück auf LOS!

























